Traumjob oder Traum vom Job?

photo-chemin-allemagne2Nach einem Besuch einer Veranstaltung über die zukünftige neue Arbeitswelt ist das Thema „Traumjob“ in der Luft gehangen.

Da war eine junge Dame, die 30 Jobs in einem Jahr ausprobiert hat und trotz dieser Job-Marathon-Erfahrung ihren Traumjob nicht gefunden hat.

Woran mag das liegen? Kann man seinen Traumjob überhaupt finden oder besser gesagt für sich herausfinden?

Was bedeutet  „Traumjob“ überhaupt?

Willkommen im Traumland

Das Wort „Traumjob“ wird aktuell sehr inflationär verwendet. In den Medien wie auch in der Literatur wird allgemein vom Traumjob, Traumpartner, Traumurlaub und vielem mehr gesprochen.  Man idealisiert dann dabei und die Auswahl immer enger wird.

Auf dieser Ebene ist die Person wie einen Seiltänzer und bewegt sich in der Welt der Illusionen. Durch hohe Erwartungen schafft man sich eine mentale Konstruktion. Doch das entspricht oftmals nicht der Realität mit der man am Arbeitsmarkt konfrontiert wird.

Die unausweichliche Konfrontation mit der Realität führt oftmals zu Enttäuschungen und Demotivation.  Es besteht die Gefahr, dass das ganze Leben eine ewige Suche nach dem Traumjob wird – ohne Erfolg – der Traumjob bleibt ein Traum.  Man muss sich bewusst sein, dass der Traumjob – der vermeintlich ideale Job – eine Idee ist, die nur durch Handeln in die Realität gebracht werden kann.

Hören Sie auf Ihre Bedürfnisse

In unserer Multitasking-Welt nimmt man sich oftmals nicht genug Zeit für sich selbst um seine Bedürfnisse wahrzunehmen und die eigene Situation zu reflektieren.

Wenn man nicht regelmäßig für sich hinterfragt, was für einen wichtig ist bzw. seine Bedürfnisse ignoriert oder leugnet, kommt man unweigerlich in eine Spirale der Unzufriedenheit. Es kommt zu einer Dissonanz.

In dieser Phase der Veränderung ist es gut, begleitet zu werden, um zu verstehen, welche Bedürfnisse unerfüllt sind. Wenn Sie den Grund für Ihre (schlechten) Gefühle  kennen, haben Sie die Möglichkeiten, Änderungsmöglichkeiten und damit einen Handlungsspielraum zu erarbeiten.

So kann die Verbindung mit sich selbst wieder hergestellt werden. Erst dann macht es Sinn, eine konkrete Strategie zu entwickeln,  um die Bedürfnisse der aktuellen Lebensphase erfüllen zu können.

Potenzial und Stärke im Visier

Nach einer Bilanz Ihrer Kompetenzen und Fähigkeiten ist es wichtig zu recherchieren, in welchem Bereich Sie hinkünftig Ihr Potenzial entwickeln wollen und was genau Sie mit Freude und Sinn erfüllt.

Auch eine Analyse Ihrer Leidenschaft kann sehr hilfreich sein, um etwas Neues über sich selbst zu entdecken. Das kann eine gute Grundlage und Möglichkeit sein, um eine neue Tätigkeit zu finden, in der Sie zufrieden werden und sich selbst verwirklichen können.

Sich trauen statt träumen

Das Wissen um die eigenen Kompetenzen ist ein wesentlicher Aspekt, um Selbstvertrauen in die eigenen Fähigkeiten aufzubauen.

Niedriges Selbstvertrauen bremst einen dabei, etwas Neues anzufangen.  Nicht die Wirklichkeit begrenzt den Menschen sondern das mangelnde Selbstvertrauen an sein Projekt.

Manchmal bedarf es auch gar keiner großen Stärkung seines Selbstvertrauens. Das Bewusstsein über die eigenen bisherigen Erfolge und seine Kompetenzen hilft, wieder an sich zu glauben und aktiv zu werden.

Selbstvertrauen zu entwickeln ist ein Prozess, der erlernbar ist.

Ausdauer und Mut

Der Weg zu Zufriedenheit und Selbstverwirklichung im Job ist keine leichte Aufgabe – es ist eine Neuorientierungsphase.

Wichtig ist herauszufinden:

  • Wieviel Aufwand ist es mir wert, einen neuen Job zu finden?
  • Was bin ich bereit zu verändern, um zufrieden zu werden?
  • Was motiviert mich und hält mich motiviert?

Der Aufwand, der mit der Veränderung verbunden ist, bedeutet nicht, dass es sich nicht lohnt, etwas Neues zu probieren, um Ihre  Lebensqualität und Zufriedenheit zu erhöhen.

Es verlangt von Ihrer Seite Geduld, Ausdauer und einen langen Atem.

Wenn der Job, den Sie derzeit ausüben, nur viel Zeit und Aufwand kostet, jedoch wenig Zufriedenheit bringt, ist vielleicht der richtige Zeitpunkt gekommen, um über eine Neuorientierung nachzudenken und etwas in Ihrem Leben zu verändern.

Versuchen Sie es einfach, nehmen Sie Ihre Bedürfnisse wahr und bleiben Sie dran. Mit jedem neuen Schritt sind Sie auf dem Weg der Veränderung.

Autorin: Claudine Pirkner