Resilienz schützt vor Resignation in der Arbeit

Nicht nur viele Menschen, die sich über einen längeren Zeitraum in der Erwerbslosigkeit befinden, haben resigniert. Laut dem Gallup Engagement Index 2018 (siehe https://www.gallup.de/183104/engagement-index-deutschland.aspx) fühlen sich 71% der Berufstätigen nur gering an das Unternehmen gebunden. 14% der Arbeitnehmer besitzen gar keine Bindung zum Unternehmen. Die Unangepasstheit des traditionellen Managements verursacht Misstrauen bei den Mitarbeitern und führt zu deren Demotivation und Resignation.

Die Resignation entsteht oft aus Unzufriedenheit mit Arbeitsbedingungen und Arbeitsklima oder dem Vorgesetzen. Keine Anerkennung und keine Entfaltungsmöglichkeit am Arbeitsplatz, ein immer stressigeres Arbeitsumfeld und ein oft schlechter Führungsstil sind die Hauptfaktoren für die geringe Bindung von Mitarbeitern zu ihren Arbeitsgebern. Viele Mitarbeiter haben aufgegeben, auf Verbesserung der Arbeitsumstände zu hoffen und haben innerlich gekündigt. Sie leiden unter Demotivation und Resignation oder melden sich aufgrund der Belastung und der Unzufriedenheit öfter krank. In Folge sind viele Mitarbeiter durch Burnout gefährdet.

Die Basis für eine agile, auf Kooperation und Empowerment ausgerichtete Unternehmenskultur ist das Konzept der Resilienz. Resilienz stärkt die Veränderungskompetenz und -fähigkeit der Mitarbeiter und stellt damit das Überleben des Unternehmens sicher.

Gesunde Arbeit in Unternehmen

Viele Mitarbeiter haben bereits innerlich gekündigt und ihr Engagement für das Unternehmen heruntergefahren. Auch wenn die Dauerbelastung individuell sehr unterschiedlich wahrgenommen wird, haben Anforderungsdruck und Effizienzsteigerungen in vielen Firmen ihre Grenze erreicht und machen ein Umdenken erforderlich.

Damit sich etwas ändern kann, ist die Einführung einer gesunden Arbeit auf Organisationsebene wichtig. HR-Verantwortliche, Führungskräfte und Mitarbeiter müssen bei der Verbesserung der Kommunikation und beim Steigern der Resilienz unterstützen, um die Resignationsspirale zu durchbrechen und die Burnout-Gefahr im Unternehmen zu reduzieren.

Die Gesundheit der Mitarbeiter ist relevant für die gute Funktionsfähigkeit jeder Organisation. Die Einführung von Resilienz auf individueller und organisatorischer Ebene für mehr Zufriedenheit in der Arbeit hat daher eine große Bedeutung gewonnen.

Die Aktivierung der Ressourcen mittels Resilienz verbessert die Toleranz für und die Anpassung an die Veränderungen und erhöht die Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter. Resilienz unterstützt die Mitarbeiter dabei, konstruktiv und positiv zu sein, fokussiert und zielorientiert zu bleiben und mit Veränderungen besser umzugehen, ohne sich aus der Bahn werfen zu lassen.

Durch Resilienz-Training können Mitarbeiter ihre Fähigkeit im Umgang mit Belastungssituationen stärken. Das hilft ihnen dabei, vor Herausforderungen nicht zurückzuschrecken. Sie werden wieder proaktiv, entdecken Sinn und Handlungsmöglichkeiten neu, unterbrechen Stress aktiv, halten Beziehungen auch in schwierigen Phasen aufrecht und erleben Motivation in der Arbeit.

Arbeitsklima verbessern und Bindung stärken

Einer der wichtigsten Faktoren im Unternehmen ist das Arbeitsklima. Laut Befragungen stärken eine angenehme und kollegiale Arbeitsatmosphäre sowie flexible Arbeitszeiten die Arbeitsmotivation am effektivsten.

Es empfiehlt sich daher ein gesundheitsorientierter Führungsstil am Arbeitsplatz, damit die Führungskräfte das Arbeitsklima positiv beeinflussen können.

Maßnahmen für ein besseres Arbeitsklima und eine stärkere Bindung:

  • Bessere Beziehungen zwischen Mitarbeitern sowie gegenseitige Unterstützung.
  • Teamgeist entwickeln durch die Schaffung von „Wir“-Gefühl.
  • Anerkennung von Fähigkeiten und Erfolgen von Mitarbeitern.
  • Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Mitarbeiter und Einführung von Regenerationspausen.
  • Unterstützung der Eigenverantwortung und Autonomie durch Vertrauen.
  • Etablierung einer Fehlerkultur und dadurch für alle das Lernen aus Fehlern ermöglichen.
  • Aktive Auseinandersetzung mit Konflikten im Team mit Lösungskompetenz und proaktivem Verhalten.
  • Zuversicht fördern und positiv nach vorn blicken.

Zusätzlich fördert ein positives Arbeitsklima die nachhaltige Widerstandsfähigkeit von Teams, Schwierigkeiten werden gemeinsam besser bewältigt und Belastungen werden eher als Herausforderungen wahrgenommen.

Eine wichtige Dimension des Resilienzkonzeptes in der Organisation ist die Bindung von Mitarbeiter an das Unternehmen, um das Engagement zu entwickeln. Die Mitarbeiter sind die besten Katalysatoren für die Resilienzprozesse.

Wertschätzende Kommunikation stärken und Anerkennung geben

Kommunikation ist ein zentraler Hebel im Unternehmen. Die meisten Probleme im Unternehmen kommen von mangelnder Kommunikation und laufen daher oft auf persönlicher Ebene. Doch gerade in Zeiten der Digitalisierung ist es wichtig, sich auf sein Gegenüber einzulassen und nicht nur auf Sachebene, sondern auch auf der Persönlichkeitsebene zu kommunizieren. So wird Vertrauen aufgebaut, Ängste werden reduziert, Konflikte werden besser verstanden was schließlich zu einem besseren Arbeitsklima führt. Ein besserer Umgang miteinander und größeres Verständnis füreinander entstehen, wenn Emotionen im Unternehmen weniger unterdrückt und weniger in Sachaussagen verpackt werden. Führungskräfte haben durch eine wertschätzende, offene und authentische Kommunikation viel zu gewinnen. Durch zeitgerechte und ehrliche Kommunikation auf Augenhöhe verstehen und verkraften Mitarbeiter Fakten und Ereignisse deutlich besser. Energie wird befreit und Ideen für neue Lösungen werden entwickelt.

Es geht darum, eine Resilienzhaltung zu erlernen, sich auf die Stärken und Erfolge zu fokussieren und Sinn zu geben. Eine wertschätzende Kommunikation erleichtert die Kooperation zwischen Mitarbeitern und Führungskräften. Konstruktives und positives Feedback ist wesentlich für die Anerkennung, die einen Motor für Motivation, Engagement und Loyalität der Mitarbeiter darstellt. Nur so kann die Resignation im Unternehmen sinken.

Bewusstes Leadership durch die Entwicklung der Veränderungskompetenz

Der Einfluss der Führungskräfte ist bei schwierigen Situationen oder in Veränderungsphasen entscheidend. Die Kompetenzen der Vorgesetzten und ein Bewusstsein für den Führungsstil sind eine relevante Ressource für die Resilienz von Mitarbeiter.

Mitarbeiter nehmen Ohnmachts- oder Angstgefühle von Führungskräften vor neuen Herausforderungen, Veränderungen oder Verantwortung sehr rasch wahr. Die Konsequenz aus der Untätigkeit der Führungskräfte ist oft Demotivation und Resignation im Unternehmen.

Deshalb sollten HR-Verantwortliche die Führungskräfte im Unternehmen beim Steigern der Resilienz unterstützen. Es ist wesentlich, dass Vorgesetzte ihre Rolle bewusst wahrnehmen und durch Weiterbildung, Resilienztraining und durch Begleitung durch einen Resilienz-Coach lernen, Widerstandsfähigkeit und Veränderungskompetenz zu entwickeln.

Mitarbeiterorientiert statt aufgabenorientiert

Die Transformation der Arbeitswelt mit der Erhöhung der Komplexität verlangt immer mehr nach einem partizipativen Management, bei welchem Mitarbeiter mehr Eigenverantwortung und Autonomie für ihren Bereich übernehmen, Initiative ergreifen und aktiv in Entscheidungsprozesse eingebunden sind.

Diese Führungskultur fördert Engagement, Motivation und den Beitrag zu Innovation im Unternehmen. Dabei unterstützt eine wertschätzende Kommunikation mit konstruktivem Feedback die Anerkennung der Fähigkeiten und Erfolge der Mitarbeiter, sie vereinfacht die Anpassung an Veränderungen und reduziert das Stressniveau.

Mitarbeiter handel konstruktiv, fokussiert und zielorientiert und gehen mit Veränderungen besser um, ohne sich aus der Bahn werfen zu lassen. Doch nicht alle Mitarbeiter haben dasselbe Bedürfnis nach Autonomie, weshalb das Niveau an Eigenverantwortung abhängig von Tätigkeiten und der jeweiligen Person situativ zu steuern sein wird.

Verantwortung übernehmen und kontinuierlich Agieren

Die Einführung eines Resilienzkonzeptes erfordert einen langen Atem und kontinuierliches Agieren. Eine besondere Bedeutung kommt dem Managementteam zu, welches hinter der neuen Haltung steht, für diese die Verantwortung übernimmt und den Mitarbeitern vermittelt.

Die Resilienz einer Organisation ist nicht einfach ein Konzept, sondern ein langfristiges Projekt. Der Erfolg der Umsetzung des Resilienzkonzeptes ist laufend zu evaluieren. Verschiede Studien zeigen, dass eine starke Korrelation zwischen nachhaltigen Human Ressource Maßnahmen und der Resilienz der Mitarbeitern besteht.

Fazit

In Rahmen eines Unternehmens hängt die Resilienz sowohl auf Organisations- als auch auf Mitarbeiterebene zusammen.

Dank der Einführung der Resilienz erzielt ein Unternehmen eine bessere Arbeitsqualität, mehr Zufriedenheit und Erfolg für die gesamte Organisation.

Wesentlich für die Einführung eines Resilienzkonzepts ist die Unterstützung durch die Geschäftsführung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen HR-Verantwortlichen und Führungskräften. Die Einführung von Resilienz erweitert und verändert die Rolle der Vorgesetzten und fördert die Potenzialentfaltung der Mitarbeiter.

Unternehmen, welche Resilienz umgesetzt haben, sind für die neuen Herausforderungen besser gerüstet, widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger.

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