Frauen in Führungspositionen: Sinnvolle Selbstreflexion statt bremsende Selbstzweifel

Als Frau und Mutter habe ich mich vor zehn Jahren entschieden, mich als Beraterin und Coach selbständig zu machen. Seitdem unterstütze ich Führungskräfte, die herausfordernde Situationen besser meistern möchten. Bei Women Leadership Programmen, die ich begleite, merke ich immer wieder, dass Frauen nicht nur mit Vorurteilen kämpfen, sondern auch mit eigenen Unsicherheiten, Perfektionismus und Selbstzweifel.

Heutzutage werden in vielen Unternehmen Diversity Programme eingeführt und Frauen werden unterstützt, in Führungspositionen einzusteigen oder weiter aufzusteigen. Damit stehen Frauen vor verschiedenen Herausforderungen: Wann ist der beste Zeitpunkt für den nächsten Karriereschritt? Oder lieber doch auf der derzeitigen Position bleiben?

Weibliche Führungskräfte führen nicht nur anders – sie entwickeln ihre Karrieren auch unter anderen Voraussetzungen. Selbstreflexion zu den eigenen Stärken und Entwicklungsbereichen und mehr Vertrauen in ihren Fähigkeiten und Kompetenzen unterstützen Frauen sich besser in der Arbeitswelt durchzusetzen.

Hier fasse ich eine Anleitung für Reflexionen zu Führungspositionen für Frauen in fünf Schritten zusammen:

1. Superheldin oder ganz normale Führungskraft

Trotz Fortschritten in den letzten Jahren sind Frauen noch immer hauptverantwortlich für Haushalt und Kinderbetreuung. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf mit Führungsverantwortung ist enorm belastend.

Zusätzlich Stress verursachen Medien und soziale Netzwerke, wo der Eindruck vermittelt wird, dass Frauen Karriere, Kinder und Selbstverwirklichung spielend bewältigen können. Diese Vergleiche und das Bestreben alles richtig zu machen, führt zu einem unglaublichen Druck.

Eine kurze Reflexion über die Bedeutung des Wortes „Erfolg“ hilft, den Perfektionismus auszugleichen und zu erfahren, was Sie als Führungskraft wirklich wollen.

  • Was bedeutet Erfolg in Ihrem privaten Leben?
  • Was bedeutet Erfolg in Ihrem Berufsleben?
  • Was bedeutet es für Sie erfolgreich zu sein?

2. Die eigenen Stärken und Schwächen besser erkennen

Die Selbstreflexion eröffnet neue Perspektiven und schafft ein neues Bewusstsein, um sich selbst besser zu erkennen, sich zu verbessern und sein Potenzial zu entfalten.

Die eigenen Kompetenzen und Fähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen für Führungspositionen. Denn wenn eine Frau eine Führungsposition bekommt, erweist sie sich in dieser Situation nicht selten als die geeignetere Führungskraft.

Doch vielen Frauen fällt es schwer, sich souverän und selbstbewusst unter den meist männlichen Kollegen zu behaupten. Daher brauchen Frauen oft mehr Mut und Selbstbewusstsein, um Führung zu übernehmen.

Hilfreich ist es daher, die persönlichen Leadership-Qualitäten und den eigenen Führungsstil bewusst zu entwickeln. Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Welches Risiko gehen Sie ein, wenn Sie sich keine Veränderung wünschen?
  • Was wollen Sie an Ihren Führungsqualitäten und Führungsstil ändern?
  • Worauf wollen Sie sich in den nächsten Monaten konkret fokussieren?

3. Die eigene Sichtbarkeit und Reputation im Unternehmen steigern

In seinem Buch „Warum so viele inkompetente Männer in Führungspositionen sind: (und was man dagegen tun kann)“ beschreibt der Psychologe und Sozialwissenschaftler Tomas Chamaorro-Premuzic, dass die Menschen in der Gesellschaft nicht in der Lage sind, zwischen „Selbstüberzeugung“ und tatsächlichem „Können“ zu unterscheiden.

Da viele Männer ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben im Vergleich zu Frauen, die oft zurückhaltender und selbstkritischer sind, schaffen es Männer sich mit Ihrer überzeugenden Art in der Arbeitswelt besser durchzusetzen. Das Problem liegt darin, dass das „Selbstbewusstsein“ in Unternehmen und Organisationen oft mit wirklichem „Können“ verwechselt wird.

Aus diesem Grund ist es wichtig, wahrzunehmen, was Frauen schaffen und darüber bewusst zu kommunizieren. So können Sie Ihre Präsenz und Sichtbarkeit erhöhen sowie Schritt für Schritt Ihren Ruf in der Organisation aufbauen. Dafür ist auch notwendig, mehr Vertrauen in Ihre Managementfähigkeit zu haben und andere Kollegen auch über Ihr Erfolge sprechen zu lassen.

4. Einstellungen verändern und Selbstzweifel überwinden

Bei neuen Herausforderungen oder Beförderung kommen oft Emotionen hoch. In diesem Fall ist es wichtig, sich die Zeit zu nehmen und die eigenen Selbstzweifel zu identifizieren.

Lassen Sie sich nicht von Unsicherheiten quälen und drücken Sie diese klar aus, um zu erkennen, welche Ängste begründet sind und welche möglicherweise eher irrationale Ängste sind.

Hilfreich ist, diese Reflexionsarbeit mit einer neutralen und wohlgesonnenen Person zu machen, um so Abstand zu gewinnen und dem Teufelskreis der Selbstzweifel entgegenzuwirken.

Selbstzweifel an sich sind nicht schlecht, weil sie ein Zeichen sind, dass man sich weiterentwickeln will. Probleme entstehen dann, wenn destruktive Selbstzweifel auftauchen, die verunsichern und vor allem Frauen in einer negativen Spirale hinunterziehen.

Wenn man jedoch einen anderen Umgang damit lernt, werden Selbstzweifel zu einer wertvollen Ressource. Dazu ist es notwendig an Ihrer Haltung zu arbeiten und von destruktiven zu konstruktiven Zweifeln überzugehen.

Die Stärkung des Selbstvertrauens wird Ihnen auch helfen, Ihre Einstellungen zu verändern und Ihre Fähigkeiten positiver zu analysieren und zu beurteilen.

5. Abläufe und Hierarchien in Organisationen durchschauen und nutzen

Für viele Unternehmen ist klar, dass Diversität und mehr Frauen in leitenden Führungspositionen sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Unternehmenserfolg auswirkt.

Frauen sind sehr oft zu vorsichtig und weniger proaktiv bei ihrer Karriereplanung als Männer. Sie konzentrieren sich auf die erfolgreiche Wahrnehmung ihrer Positionen, anstatt weiter voranzukommen.

Der Austausch und die Vernetzung mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen spielen eine große Rolle für einen besseren Umgang mit den Abläufen in der Organisation und beeinflussen auch das strategische Denken und Handeln.

Aus diesem Grund ist es notwendig, sich Zeit für das interne Netzwerken und Veranstaltungen zu nehmen sowie auch ein Mentor oder Peer Groups zu haben, um wertvolle Informationen und Ratschläge zu bekommen.

  • Wie oft nehmen Sie sich Zeit, um Ihre Kontakte zu pflegen oder zu erweitern?
  • Wie weit kennen Sie sich mit Abläufen und Hierarchien in Ihrer Organisation aus?
  • Wer kann Ihnen helfen, einen besseren Überblick und eine bessere Vernetzung zu bekommen?

Fazit

Für viele Unternehmen ist klar, dass Diversität und mehr Frauen in leitenden Führungspositionen sich positiv auf die Wettbewerbsfähigkeit und den Unternehmenserfolg auswirkt.

Frauen sind sehr oft zu vorsichtig und weniger proaktiv bei ihrer Karriereplanung als Männer. Sie konzentrieren sich auf die erfolgreiche Wahrnehmung ihrer Positionen, anstatt weiter voranzukommen.

Der Austausch und die Vernetzung mit verschiedenen Kolleginnen und Kollegen spielen eine große Rolle für einen besseren Umgang mit den Abläufen in der Organisation und beeinflussen auch das strategische Denken und Handeln.

  • Bei jeder Entscheidung und jeder Handlung ist ein Preis zu zahlen. Stagnieren hat auch seinen Preis! Sich für eine Veränderung zu entscheiden, verlangt Anstrengungen, Risikofähigkeit und bringt eine Konfrontation mit Ängsten und Zweifeln. Umso größer ist jedoch die Freude, wenn die Veränderung gelingt und das gewünschte Ziel erreicht ist.Ein Leadership Coaching für Frauen reflektiert und analysiert all diese Themen. Es schärft den Blick für das eigene Führungsverhalten und hilft, dieses – je nach Situation –erfolgsorientiert anzupassen und zu verbessern.Nur wenn Sie sich weiterentwickeln und Ihre Komfortzone verlassen, lernen Sie etwas Neues und steigern Ihre Zufriedenheit.Dieser Artikel ist Teil einer dreiteiligen Serie zum Thema Führungskräfte. Der kommende Artikel beleuchtet die Einstellung der Generationen Y und Z zu Karriere und Leadership.

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