Wohlbefinden am Arbeitsplatz: Bremser oder Motivator?

Immer wieder stelle ich in Coaching-Sitzungen fest, dass Führungskräfte mit verschiedenen Herausforderungen am Arbeitsplatz konfrontiert sind, wie zum Beispiel Mangel an Motivation oder Engagement seitens der Mitarbeiter. Das Arbeitsklima spielt auf dieser Ebene im Unternehmen eine große Rolle. Dieser Beitrag zeigt, wie sich Führungskräfte durch Selbstreflexion ihrer Eigenverantwortung bewusst werden und damit einen positiven Einfluss auf das Wohlbefinden im Team ausüben können.

Wenn Führungskräfte an den Arbeitsbedingungen Ihres Teams (materiell, beziehungsorientiert, persönliche Organisation) arbeiten, schaffen sie höheres Wohlbefinden und steigern damit die Motivation und das Engagement im Team.

Meiner Erfahrung nach ermöglicht aber erst die Analyse einiger Punkte im Zuge einer Selbstreflexion eine authentische Beurteilung der Situation am Arbeitsplatz.

Deshalb fasse ich hier eine Anleitung für eine Selbstreflexion in fünf Schritten zusammen:

Einfluss wahrnehmen und bewusst ausüben

Die Verkörperung des Wohlbefindens am Arbeitsplatz durch die Balance zwischen Beruf und Privatleben und die Aufmerksamkeit für das Zusammengehörigkeitsgefühl im Team spielt eine zentrale Rolle. Als Führungskraft sind Sie ein Vorbild für Ihr Team und Ihr Einfluss ist entscheidend. Ihre Kompetenzen und Ihr Bewusstsein für Ihre Rolle und Ihren Führungsstil sind eine relevante Ressource für das Arbeitsklima.

Stellen Sie sich folgende Fragen:

  • Was bedeutet Wohlbefinden bei der Arbeit für Sie selber?
  • Welchen Einfluss haben Sie bis jetzt auf das Wohlbefinden am Arbeitsplatz?
  • Welche Möglichkeit haben Sie noch in Ihrem Handlungsspielraum?

Sinn als Hebel für Engagement

Management durch Prozesse entmenschlicht die Entscheidungsfindung und kann damit einen Grund für Sinnverlust und Isolation darstellen. Die Digitalisierung verändern das Arbeitsklima in vielen Teams. Der Einfluss der Führungskräfte ist entscheidend, indem er Sinn gibt. Sinn ist die Hauptquelle der Lebensenergie.

Delegieren ist ein Beispiel, mit dem Führungskräfte den Sinn einer Aufgabe vermitteln können.

Viele Führungskräfte konzentrieren sich ausschließlich auf die Sachebene, weil sie wenig Zeit haben. Sie vergessen dabei, den Sinn der Tätigkeiten zu vermitteln. Diese Haltung ist leider selten zielführend und senkt mittelfristig das Engagement im Team. In Veränderungsphasen ist es für Führungskräfte ebenfalls wichtig, auf den Sinn zu achten und ihn den Mitarbeiterinnen zu vermitteln. Damit können die Manager den Unterschied machen. Durch eine angemessene Reflexion und wertschätzende Kommunikation können damit Herausforderungen im Team besser bewältigt werden. Durch Sinn geben können Führungskräfte das Arbeitsklima positiv beeinflussen, das Engagement erhöhen sowie Teamarbeit und gegenseitige Unterstützung fördern.

  • Wie hoch ist derzeit das Engagement in Ihrem Team?
  • Wie können Sie den Sinn bei Delegation besser vermitteln?
  • Welche Möglichkeit haben Sie, um Sinn zu geben?

Respekt und Anerkennung geben

Anerkennung ist ein wichtiges Managementinstrument, wird jedoch selten oder nicht immer richtig genutzt. Einige Hauptursachen für Misserfolge sind oft:

  • persönliche Barrieren,
  • Unzureichendes Verständnis des psychologischen Funktionierens von Anerkennung,
  • Passivität oder Ängste
  • Wiederholung des Schemas der mangelnden Anerkennung in der eigenen Organisation

Heutzutage können die Prozesse zu einer Monotonie von Aufgaben und einem Gefühl des Verlustes der beruflichen Anerkennung führen. Es ist daher wichtig, jedem der Mitarbeiter Respekt und Anerkennung zu geben, unabhängig von Hierarchie, Bildungsniveau oder Alter.

Wenn ich dieses Thema mit Führungskräften bespreche, weisen sie vor allem darauf hin, dass sie zu wenig Zeit für die Mitarbeiterführung haben. Zeit die fehlt, um:

  • die Beziehungsrolle mit ihrem Team zu entwickeln,
  • ein persönliches Interesse an jedem ihrer direkten Mitarbeiter zu nehmen,
  • ihnen zu helfen, sich professionell weiterzuentwickeln,
  • Nachzudenken und Abstand zu gewinnen.

Selbst wenn die Führungskräfte wenig Zeit haben und kaum Anerkennung bekommen, gehört es zu ihrer Aufgabe, die MitarbeiterInnen zu schätzen und zu respektieren. Respekt ist eine Grundvoraussetzung für ein angenehmes Arbeitsklima. Wenn ein Mitarbeiter sich nicht respektiert fühlt, verursacht dies innere Wut. Falls diese Emotion nicht besprochen wird, wandelt sich diese Emotion in Demotivation und Resignation um.

Sollten Sie selber das Bedürfnis nach Anerkennung haben, so holen Sie sich diese bei Kollegen oder Vorgesetzten ein.

  • Wie oft geben Sie Ihren MitarbeiterInnen Anerkennung?
  • Was bedeutet Respekt für Sie?
  • Was sollen Sie noch tun, um Zeit zu gewinnen und ein Feedbackkultur zu entwickeln?

Vertrauen aufbauen und Kommunikation verbessern

Eine wertschätzende Kommunikation auf Augenhöhe ist gerade in schwierigen Zeiten wichtig. Die MitarbeiterInnen brauchen Feedback zu ihrer Leistung, aber auch das Gefühl, als Menschen gesehen zu werden, um Wohlbefinden zu empfinden.

Da Kommunikation ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist, sollten Manager bei der Führung von Teams auf die folgenden Punkte achten:

  • In der Kommunikation verwirrende und widersprüchliche Botschaften vermeiden,
  • Auf die Qualitäts- und Quantitätsanforderungen achten,
  • Realistische Ziele in Absprache mit den Mitarbeitern festlegen,
  • Regelmäßige die Aufgabenverteilung und das Arbeitsaufkommen überprüfen,
  • Teamarbeit und gegenseitigen Unterstützung fördern,
  • Auf Klarheit der Bewertungsindikatoren und der Vergütungssysteme achten,
  • Die Kriterien für die Gewährung individueller Beförderungen und Gehaltershöhungen präzisieren.

Die Selbstreflexion über Ihre Kommunikation mit dem Team hilft die Führungskräfte, wieder Vertrauen aufzubauen, Ängste zu reduzieren und Konflikte besser zu verstehen.

  • Was können Sie in Ihrer Kommunikation ändern, um das Wohlbefinden im Team zu stärken?
  • Mit welcher Kommunikationsmaßnahme erhöhen Sie das Vertrauen im Team?
  • Wie oft geben Sie Ihren Mitarbeiterinnen konstruktives/positives Feedback?

Management der Vielfalt macht den Erfolg aus

Vielfalt im Team und im Management spielt heutzutage eine wichtige Rolle. Achten Sie auf

  • Geschlechterparität,
  • Ambitionen der jüngeren Generationen,
  • die Verlängerung des Arbeitslebens der älteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die auch Erwartungen an Anerkennung und berufliche Entwicklung haben.

Diversity Management sorgt für Erfolg aus Vielfalt und sichert gleichzeitig die Einzigartigkeit jedes Einzelnen, die ein Schatz an Potenzial und Kreativität ist.

Auf dieser Ebene ist es wichtig sich Zeit zu nehmen, um die Mitarbeiterinnen gut kennenzulernen und ihre Fähigkeit zu Gunsten des Teams und Unternehmens zu entwickeln.

  • Wie heterogen ist Ihr Team?
  • Welche Maßnahmen können Sie noch im Team umsetzen?
  • Wie läuft die intergenerationelle Kommunikation im Team?

Fazit

Alle diese Punkt können das Wohlbefinden im Team positiv beeinflussen. Damit verbessern auch die Führungskräfte den eigenen Führungsstil und erweitern den Einflussbereich. Sie tragen damit ihren Teil zum Wohlbefinden am Arbeitsplatz bei und fördert zugleich die Potenzialentfaltung der Mitarbeiter.

Unternehmen, die das Wohlbefinden am Arbeitsplatz als Priorität festgelegt haben, sind für die neuen Herausforderungen besser gerüstet, damit widerstandsfähiger und attraktiver für neue Talente. Wohlbefinden wird nicht nur innerhalb des Unternehmens spürbar. Und dies wird sich auch positiv auf die Kunden auswirken.

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